Dienstag, 13. Februar 2018

Skoutz-Award: Wie geht man als Juror im Bereich Anthologie damit um, wenn man selbst an einem Buch beteiligt ist?

Zunächst mal habe ich festgestellt, dass mir die Arbeit als Juror mehr Spaß macht, als ich erwartet habe. Dafür, dass ich die Einladung zu nächst spontan abgelehnt habe, gehe ich mittlerweile mit großem Ehrgeiz an die Sache heran. 
Ich will einen ordentlichen Job machen, mich nicht zu sehr von meinen persönlichen Präferenzen leiten lassen, neutral bleiben. Professionell eben.
Das macht gerade den Anthologiebereich zu einer Herausforderung, denn es werden sämtliche Genres abgedeckt. Das manchmal sogar in einer einzigen Veröffentlichung. Ich glaube allerdings, dass es unmöglich ist, die eigenen literarischen Vorlieben dabei ganz aus der Betrachtung heraus zu lassen. Man kann Teilaspekte objektiv bewerten, aber das Gesamtwerk nimmt man letztendlich subjektiv wahr.
Es gibt da aber noch ein anderes Problem. Glücklicherweise ist von den eigentlich drei geplanten Anthologien, an denen ich mitgeschrieben habe, im letzten Jahr nur eine erschienen.
In diesem einen Fall bleibt aber die schwierige Frage, wie ich mit einer Anthologie verfahre, an der ich selbst beteiligt bin, wenn auch nur als beitragender Autor.
Die Antwort ist für mich offensichtlich: Ich kann dieses Buch nicht weiter nominieren, ohne mich auf der Stelle unglaubwürdig zu machen. Es muss also aus der Wertung fallen.
Das wäre allerdings unfair gegenüber dem Herausgeber und allen anderen beteiligten Autoren.
Glücklicherweise bieten die Regeln des Skoutz-Awards einen Ausweg. Ein Buch kann aus einer Kategorie in eine passende andere übergeben werden.
Genau das habe ich gestern getan.
Da ich den entsprechenden Juror nicht persönlich kenne und auch noch nie mit ihm gemeinsam an einem Projekt gearbeitet habe, kann ich davon ausgehen, dass er die Anthologie ganz neutral bewerten wird und so für Herausgeber und Beitragende trotzdem die Chance auf eine weiterführende Nominierung erhalten bleibt.
Ich denke, das ist eine akzeptable Lösung für alle. Ich bleibe dabei meiner Grundregel treu, mich niemals selbst zu nominieren. Einen besseren Weg kann ich mir jedenfalls nicht vorstellen.
Nachdem ich bereits das lange Wochenende in die erste Auswahl investiert habe, steht mir, fürchte ich, noch ein sehr schwieriger Entscheidungsprozess bevor. Es gibt VIELE gute Bücher. Nominieren darf ich aber nur neun und das macht meine Aufgabe nicht leichter. 
Daumen drücken kann bestimmt nicht schaden.

Kommentare:

  1. Ich gebe zu, dass ich schon seeeeeeehr gespannt bin, wie deine Midlist aussehen wird. Es sind ja wirklich viele tolle Bücher im Wettbewerb.

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  2. Daumen sind gedrückt! Ich weiß genau, was du meinst. Vor dieser Entscheidung stand ich letztes Jahr ebenfalls, da war ich ja Jurorin für die Anthologien. Da habe ich auch nix nominiert, an dem ich persönlich beteiligt war.
    Als Anthologie- und Kurzgeschichtenfan bin ich sehr gespannt auf deine Auswahl.

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