Samstag, 20. Januar 2018

Küper, warum ist euer Publikum bei virtuellen Lesungen eigentlich so diszipliniert?



Wir setzen vor allem auf die Mitarbeit erfahrener Pädagogen. Deswegen stelle ich sie euch heute vor: 
Rechts von mir Guntram (2,80 m, 970 kg), links von mir Benno (3,0 m, 1,25 Tonnen). Beide reagieren auf Störungen durch Zuschauer mit konsequenten Ampu...Sanktionen, beweisen dabei jedoch immer wieder ungeahntes Feingefühl und große Sensibilität. Das Duo ist hoch empathisch und wird dann traurig, wenn ich es bin.
Nur um Mißverständnise zu vermeiden: Kritiker sind bei uns jederzeit willkomen und werden grundsätzlich angehört. Schließlich verdienen sie unseren Respekt. Spätestens in ihrer Eigenschaft als Organspender.
In ihrer Freizeit engagieren sich Benno und Guntram als aktive Tierschützer und gegen Mobbing. Auch dabei überzeugen sie mit schnellen und nachhaltigen Erfolgen. 

"Küper, wie trainierst du eigentlich deine Oberarme?"


"Lovecraft!"

Mein neuster Oldtimer...



Als Cola Fan (übrigens von mindestens vier verschiedenen Herstellern) musste dieser Ford Model T natürlich in die Sammlung. Sollte laut Bestellinfo eigentlich frühstens am 25. Januar eintreffen, kam aber schon heute. 
Tatsächlich haben mich dieses Mal gleich zwei DHL Pakete pünktlich erreicht. Einmal der Truck und dann noch meine Zigarren. Das funktioniert aber nur, solange mein Postbote die Lieferung übernimmt. Taucht ein DHL Fahrer auf, geht sofort das Spielchen mit dem Zettel an der Tür los.

Freitag, 19. Januar 2018

Samstag, 3. Februar: Das neue Comedyprogramm "Nerd an der Tafel"...


Mein Brotberuf ist nur mit viel Humor zu ertragen. Jetzt habe ich mein Lehrerdasein endlich mal zum Thema eines eigenen Programmes gemacht. Intime...äh detaillierte Einblicke in das Leben eines professionellen Monologisten. Und immer daran denken: "Fluffy geht es gut!"
Das Bühnenbild hat Miara Lubitsch entworfen.
Samstag, 3. Februar ab 20 Uhr im Brennenden Theater. Na los, schreib das auf!!

Mittwoch, 17. Januar 2018

Sonntag, 28. Januar: André Nagerskis "Roboter weinen heimlich" auch live im Youtubestream der Villa...


Von rechts nach links, die Avatare von André, Barlok und meinereinem.



Wir werden auch diesmal mit Seraph Nirvana von der "Villa" zusammen arbeiten, der live filmt und streamt. Ihr könnt die Lesung also auch ohne Second Life direkt verfolgen. Die Streamdresse geben wir zeitnah bekannt.
André hat gestern seinen Voicetest erfolgreich absolviert und dabei auch zum ersten Mal einen Blick auf Barlok Barbosas Roboternekropole geworfen. Er war spürbar begeistert, Mir geht es nicht anders. Ich habe das Gefühl, dass Barlok auf die Westenrstadt für Alex Jahnke und das Raumschlachtschiff für Dirk van den Boom noch mal eins draufgesetzt hat.

Dienstag, 16. Januar 2018

Am kommenden Donnerstag: SL Schreibtreff im Brennenden Theater...

Wie immer zitiere ich Wilfireds Ankündigung im Geschichtenkorb:

Kaum hat das neue Jahr begonnen, da geht es auch schon wieder weiter. Deshalb finde jetzt kommende Woche am Donnerstag den 18. Januar das erste Treffen der SL Schreibgruppe im Jahr 2018 statt. Wir treffen uns wieder um 20 Uhr im Brennenden Theater des Kreativdorfes.
Wieder immer gilt: Wer in gemütlicher Runde über kreatives Schreiben, Selfpublishing oder sonst über Kunst und Kultur in virtuellen Welten plaudern möchte, ist herzlich eingeladen vorbei zu schauen. Ob schreibtechnischer Neuling oder Profi, jeder ist willkommen.

Sonntag, 14. Januar 2018

Und noch ein Preview aufs Bühnenbild für André Nagerskis "Roboter weinen heimlich"...






Bei der Organisation solcher Lesungen in Zusammenarbeit mit Barlok Barbosa kann ich meinen inneren James Cameron von der Leine lassen, "Make it look cool!" sagen, mich zurücklehnen und die Zigarre anzünden.  
Sieht super aus, Barlok. Danke!
André Nagerski wird bei uns seinen satirischen Science Fiction Comedy Roman "Roboter weinen heimlich" bei uns am Sonntag, den 28. Januar vorstellen.

Was Sansar kann: Aech`s Garage aus der Ready Player One-Verfilmung...

Bild: Maddy Gynoid
Linden Labs hat in Zusammenarbeit mit Industrial Light and Magic und mit der entsprechenden lizenzrechtlichen Genehmigung Aech`s Garage aus Ready Player One nachgebaut. Man findet dort unter anderem einen Iron Giant vor. Sieht spektakulär aus und demonstriert, was Sansar kann.  
Linden Labs neues Metaversum ist, was seine Darstellung angeht, selbstverständlich an die Rechnerleistung des Nutzers gekettet. Der gerade neu gekaufte Laptop meiner Frau erfüllt als  Maschine mit der leistungsstärksten Grafikkarte gerade mal die Minimalvoraussetzungen. 
Es ist oft schon problematisch genug, Second Life auf den Rechnern unserer Gäste zum Laufen zu bringen. Sansar erhöht die Zugangshürde  um ein Vielfaches. Wir können uns also noch etwas Zeit mit der Auswanderung lassen...

Samstag, 13. Januar 2018

"In der Glaszsphäre" bei Letslisten...



Elektronische Livemusik und Livelesung kombiniert. Entgegen anders lautenden Gerüchten ist das durchaus möglich.
"In der Glaszsphäre" ist ein Gemeinschaftsprojekt mit Michael Iwoleit (Musik) und Moewe Winkler (Soundeffekte und Kunstinstallation). Die Story ist im letzten Jahr in "Spektrum der Wissenschaft" erschienen.  

Freitag, 12. Januar 2018

Erster Preview aufs Bühnenbild für André Nagerskis "Roboter weinen heimlich"...



Barlok baut diesmal einen kompletten Roboterfriedhof. Seine Arbeitsweise hat sich in den letzten Monaten verändert, weil er jetzt vor allem mit Blender arbeitet und Objekte als Mesh importiert. Damit kann er Prims, also die Second Life Bausteine einsparen und trotzdem  komplexe Strukturen herstellen. 

Hier ein paar erste Bilder:

Der Roboterfriedhof wird streng bewacht.

Eine ganz besondere Tribüne.

Erstarrte eiserne Klaue.

Nicht die schönste Wohngegend.
André Nagerski wird bei uns seinen satirischen Science Fiction Comedy Roman "Roboter weinen heimlich" vorstellen. Es ist sein Debüt als Schriftsteller und auch seine erste virtuelle Lesung.
Am Sonntag, den 28. Januar ab 20 Uhr in Barloks Hafen.

Donnerstag, 11. Januar 2018

Diese wunderbaren kleinen Nebenprojekte: Meine Stimme im "Internet der Dinge"...

Uwe Hermann und Uwe Post machen gerade einen Animationsfilm aus Uwe Hermanns Kurzgeschichte "Das Internet der Dinge". Ich habe dafür den Kühlschrank eingesprochen. Eine Rolle, die mir sozusagen auf den Leib geschneidert ist. 
Schön, mal wieder gemeinsam mit Uwe Post an einem Film zu arbeiten. Ich bin auf das Ergebnis gespannt.

Mittwoch, 10. Januar 2018

Sonntag, 28. Januar: André Nagerski liest aus "Roboter weinen heimlich"...



André wird bei uns seinen satirischen Science Fiction Comedy Roman "Roboter weinen heimlich" vorstellen. Es ist sein Debüt als Schriftsteller und auch seine erste virtuelle Lesung. 
Euch erwartet wie so oft ein außergewöhnliches Bühnenbild von Barlok Barbosa, über das ich hier natürlich nichts verrate. Noch nicht...
Am Sonntag, den 28. Januar ab 20 Uhr in Barloks Hafen.

Dienstag, 9. Januar 2018

Mehr als ein Jahrzehnt im (kleinen) Cyberspace und wie das mein Leben verändert hat...

Nein wirklich, keine Angst, das hier wird kein glühendes Plädoyer für virtuelle Lesungen. Es soll nicht um die Brennenden Buchstaben gehen, oder sagen wir es so: der Fokus wird nicht auf Lesungen liegen. Ehrlich.
Falls euch dieses ganze Second Life Ding sowieso nicht interessiert, tut euch das nicht an. Falls meine Memoiren zu weitschweifig ausfallen (und ich glaube, dass sie das tun) springt ruhig in die Mitte. Oder sucht nach eurem Namen, falls ihr einfach nur wissen wollt, ob ich euch erwähne.
Nach all den traurigen Ereignissen, die hier in den letzten Wochen dominierten, möchte ich einfach mal darüber schreiben, welche großartigen Effekte meine Begeisterung für die Spielzeug Matrix hoch ins reale Leben gezeitigt hat. Das hat sie tatsächlich! 
Vieles davon ist fabelhaft und ich blättere gern im neuen und alten Blog (das ich Ende 2012 auf privat geschaltet habe), um mich zu erinnern.
Wie das alles angefangen hat?
Die Initialzündung war wohl ein Abend irgendwann Ende 2007 oder Anfang 2008. Im Fernsehen lief ein Beitrag über einen Typen, der sich in Second Life einen Namen als DJ gemacht hatte. Meine damalige Freundin fand das völlig absurd und tat das mit einem „Soll er sich das gefälligst im realen Leben trauen“ ab. Bei mir hingegen stellte sich so eine Art Gänsehautmoment ein, denn ich dachte: „Verflucht, das ist genau mein Ding. Nur nicht mit Musik, sondern mit Büchern!“
Es klingt seltsam, aber ich war mir damals sicher, dass es sinnvoll und wichtig sein würde, mich intensiver damit zu befassen. Und das hat sich bewahrheitet.
Nicht, dass mir meine Aktivitäten im Metaversum zu Ruhm und Reichtum verholfen hätten. Aber sie waren von großer Bedeutung für mein Leben in den letzten zehn Jahren.
2007 und 2008 würde ich als meine experimentellen Jahre in Second Life bezeichnen. Ich war schon vor dem oben erwähnten Fernsehbeitrag mit meinem heutigen Avatarnamen registriert,abr zunächst ein wenig vom rechten Weg abgekommen. Um es unumwunden zuzugeben...nun ja, ich war...also das fällt mir jetzt nicht leicht...ich war Clubbesitzer.
Ich war jung, ich brauchte die Kohle...nein, weder das eine noch das andere. Kohle gab es dafür eh keine. Ich hatte 2008 einen Cyberpunk Club, das Neocortexx in dem ich ein paar Cyberpunk DJ Events veranstaltet habe. Der Club war übrigens so eine Art Raumstation, in deren Rumpf eine nicht detonierte Atomrakete steckte. Es gab Cybertanks, Schaltpulte, Bilder von futuristischen Metropolen und Tanzflächen. 


Hüstel: Ein Blick in den Neocortexx. Meinen Cyberpunk Club anno 2007.

An den Wänden hingen Plakate, die auf das Nova Science Fiction Magazin und die Visionen Anthologien von Mommers hinwiesen. Damals habe ich aber noch keinen Gedanken daran verschwendet, jemandem dort etwas vorlesen zu wollen. Ich war mir ziemlich sicher, dass sich dafür niemand interessiert hätte. Irgendwie war ich, was das angeht, noch nicht auf die richtigen Leute gestoßen.
Dann stand eines Tages ein Avatar namens Georg Janick in meinem Club. Wir kamen ins Gespräch und Georg entpuppte sich als Philosophie Professor Gary Zabel aus Boston. Er hatte gerade eben das Caerleon Kollektiv gegründet. Eine Künstlerkommune in Second Life. Prompt stellte er auch mir eine Parzelle auf Caerleon zur Verfügung, die ich mit einem abgestürzten Luftschiff dekorierte, aus dem Bücher auf den Strand gepurzelt waren.
Meine Nachbarin keine geringere als Bryn Oh höchstpersönlich. Damals wurde spekuliert, ob hinter dem weiblichen Avatar eigentlich ein Mann steckt. Heute ist kein Geheimnis mehr, dass der Kanadier Brynley Longman die wahrscheinlich berühmteste Künstlerin in Second Life erschaffen hat. Bryn stellt virtuelle Kunst schon seit Jahren in richtigen Museen aus und arbeit mit Regisseuren wie Peter Greenaway zusammen.
Für Georg Janick habe ich zum ersten mal einen Vortrag in Second Life gehalten. Vor Georgs beziehungsweise Garys Philosophiekurs an der Universität in Boston. Es ging um die Geschichte der virtuellen Realität in der Science Fiction. Die Uhrzeit war etwas ungewohnt. 2 Uhr morgens. An einem Montag. Und bedauerlicherweise stand mir für meine Ausführungen auch Voice nicht zur Verfügung. Das war damals noch zu instabil. Also habe ich alles live eingetippt. Bis 3 Uhr morgens.
Das wurde ein ziemlich müder Montag. 

 "Project 38". Die erste richtige Lesung.


Im Januar 2009 habe ich auf Caerleon dann zum ersten Mal meine eigentliche Idee umsetzen können. Die Story „Project 38“ war in der amerikanischen Sammlung „The Black Mirror“ erschienen. Für die Lesung habe ich ein eigenes Bühnenbild gebaut und es fanden sich rund ein Dutzend Zuschauer ein.
Was jetzt noch fehlte, war ein deutschsprachiges Publikum.
Schon im Mai 2007 war ich Case Schnabel begegnet. Case war im realen Leben kein anderer als Majo, der Hintermann des bekannten Blogs Industrial Technology & Witchcraft - für das Sascha Lobo einst jenen Artikel über sein havariertes IT-Unternehmen schrieb, der ihn bekannt machte. Ich kann euch sagen, das globale Dorf ist manchmal echt winzig. Case fuhr voll auf Second Life ab, er baute jede Menge Steampunk Maschinen, später eine ganze SIM, die er den technischen Visionen von Bayernkönig Ludwig widmete.
Nach einer einstündigen Plauderei mit Case Schnabel beschlossen wir eine Gruppe für deutschsprachige Blogger in Second Life zu gründen. Die German Bloggers. Das hat mich zwar nicht berühmt gemacht wie Sascha Lobo, führte aber indirekt dazu, dass ich meine Frau kennengelernt habe. Sie und ihr Projekt: Die Brennenden Buchstaben.

Das geschah im Frühjahr 2009. Eine Bekannte lud mich ein, mir eine Literaturlesung auf einer Burgruine im virtuellen Saarland anzusehen. Sie forderte mich außerdem auf, die Veranstalterin in die oben erwähnte Gruppe German Bloggers einzuladen. Weil wir ja beide was mit Literatur machen. So traf ich also auf Zauselina Rieko, mit der ich schon im Juni die erste gemeinsame Lesung organisierte. Da waren wir dann auch schon ein Paar im realen Leben.
Darüber wie sich das mit den virtuelle Lesungen on da an weiterentwickelte, habe ich schon oft geschrieben. Es soll ja darum gehen, wie sich diese Aktivitäten in mein echtes Leben hinein ausgewirkt haben.
Diese Flucht in eine Parallelwelt, wie manche es vielleicht beschreiben würden.
Für mich hat sie exakt das Gegenteil von dem bewirkt, was Medienkritiker immer so gern heraufbeschwören. Ich habe mich nicht in einer rosaroten Oase aus Bits und Bytes verbarrikadiert und bin damit endgültig zum Eremiten geworden. 

Steampunk-Hochzeit mit Kirsten im Oktober 2014.


Sollte mein Enkel mich irgendwann mit Highscores beeindrucken wollen, wird er vielleicht sogar Profigamer, der millionenschwere Werbeverträge unterzeichnet, werde ich immer nur lässig entgegnen: „Das ist doch gar nichts. Ich habe deine Oma in einem Videospiel gewonnen.“
Ich glaube, ich bin tatsächlich ein Positivbeispiel. Ein Virtual Reality Anwender auf dessen Leben der Umgang mit dem Cyberspace eine quantitativ messbare positive Wirkung hatte.
Die reale Ehefrau drüben in der Matrix kennengelernt zu haben, ist doch nicht zu toppen.
Und trotzdem längst nicht alles.
Vor allem die letzten Wochen mit all ihren traurigen Momenten haben mich nachdenklich gemacht. Mir ist bewusst geworden, wie viele echte und wichtige Vernetzungen für mich aus dem Metaversum heraus erwachsen sind.
Jetzt beginnt aber auch der eigentlich riskante Teil. Ich werde Namen erwähnen und ich werde - das ist viel schlimmer – wichtige Namen vergessen. Eventuell weil ich gerade ein paar Wochen nicht mit ihnen gesprochen habe, oder aus reiner Schusseligkeit heraus, oder...ach, was weiß ich. Gerade wenn es um all die Schriftsteller geht, würde es den Rahmen sprengen, jeden einzelnen zu erwähnen.
Aber meine Frau Kirsten hatte ich erwähnt, oder? Ach ja, da steht sie ja.
Da sind zum Beispiel noch all die Leute, die mysteriöserweise mit uns zusammen arbeiten. Die Reihenfolge, in der ich sie erwähne, entspricht übrigens keiner Hierarchie oder so etwas. Ich schreibe so drauf los, wie es mir in den Sinn kommt.

Warum nicht mit Miara Lubitsch und Kjs Yip anfangen? Das ist schon ne besondere Geschichte. Kirsten hatte vor Jahren die Idee unsere damalige SIM zum Künstlerdorf zu machen. Schreiber, Musiker, bildende Künstler. Das haben wir dann auch in die Tat umgesetzt, die SIM sogar umbenennen lassen und es versammelten sich schnell Freunde wie Moewe Winkler, Sabine Schäfers, Sina Souza und eben Miara und Kjs um uns. Das Problem dabei war, dass wir einen relativ großen Teil dieses Standorts auf eigene Kosten erhalten mussten. Gut, das hat uns nicht abgehalten.
Es kam allerdings wie es kommen musste. Auch im Cyberspace hält nichts für die Ewigkeit und der Betreiber der SIM zog sich aus Second Life zurück.
Und welches Wunder passiert? Miara und Kjs melden sich. Sie hatten schon lange mal wieder Lust drauf, eine komplette SIM für ihre Projekte zu haben.
Aber nur wenn wir dabei sind. Und sie soll sogar noch Kreativdorf heißen. Und die Brennenden dürfen dort bauen, wie sie lustig sind.
Aber um die SIM selbst kümmerte sich von nun an Miara. Auch darum, dass das alles finanziert wird. Klar zahlen wir Miete, so dass die doch recht beachtlichen Kosten für so eine SIM wieder hereinkommen. Zumindest annähernd. Aber Zauselina und ich müssen uns darum keinen Kopf mehr machen.
Als wäre das nicht schon großartig genug, hat uns Miara auch noch ein riesiges Theater aufgestellt und Kjs hat es – zunächst spaßeshalber – Brennendes Theater genannt. Und das obwohl wir weder ihm noch Miara jemals real begegnet sind. Hat sich einfach nicht ergeben. Das ist aber auch nicht wirklich entscheidend.
Mir bleibt einfach nur zu sagen: „Danke, Miara und Kjs!“

Reden wir mal über BukTom Bloch. Buk ist...Buk. Eine ganz eigene Mischung. Wie würde ich ihn charakterisieren. Ein absolut prinzipientreuer Mensch, der genau weiß, worauf es ihm ankommt und im Zweifelsfall keine Kompromisse macht.
Buk ist auch ein eifriger Second Life Chronist. Wenn es um Kunst oder Literatur geht, ist er dabei und dokumentiert jede Veranstaltung. Auch die der Brennenden Buchstaben.
Man kann sich darauf verlassen, dass meist noch während der Lesung ein Blogposting mit vielen Bildern online geht. Das macht er, einfach so. Ohne dass man ihn bitten müsste. Mal ganz davon abgesehen, dass er so etwa 15 Minuten vor Beginn noch mal seine eigene Werbemaschine ankurbelt und einen finalen Veranstaltungshinweis durch jede Gruppe jagt. Mal ganz davon abgesehen, dass er oft genug bei uns mitmacht und sich sofort einschaltet, wenn wir mal was brauchen. Buk hat auch schon bei uns im realen Garten gesessen. Zweimal mittlerweile.
Auch dir unseren Dank, Buk.

Moewe Winkler ist schon lange im Kreativdorf und natürlich nicht nur dort. Sie bleibt stets gelassen und spätestens, wenn man mit ihr voicet kommt ihre unverwechselbar norddeutsche Art besonders gut rüber. Moewe macht vor allem ihr eigenes Ding. Aber wenn man mal eine Idee hat, ist sie sofort Feuer und Flamme und, ja, kann man nicht anders beschreiben, gibt alles. Moewe bin ich zwar auch noch nie in Fleisch und Blut begegnet, aber sie ist zweifellos eine gute Freundin, die uns auch schon oft unter die Arme gegriffen hat.
Danke dafür, Moewe.

Markus Gersting ist schon eine ganze Weile Kreativdorfler. Auch er zieht seine eigenen Projekte durch, zum Beispiel die Arbeit am Hydrogol-Universum. Die dazu passende Hünensphäre schwebt an unserem Himmel. Markus bringt gern neue Kontakte in zweite Leben und beteiligt sich fast immer an den großen Events. Er war auch schon bei unserem Pixelgrillen in der realen Welt zu Gast. Ein Typ, mit dem ich mich einfach gut verstehe. Wie Buk ist auch er ein Chronist in der virtuellen Welt und bloggt oft über unsere Veranstaltungen. Davon abgesehen ist er der richtige Mann, wenn sich deine Grafikkarte plötzlich nicht mehr mit dem Client unterhalten möchte.
Danke, Markus!


Sabine Schäfers alias Joey Twoshoes hat lange im Kreativdorf residiert und dort ihr eigenes Literaturcafé organisiert. Bei unseren großen Veranstaltungen ist, sie immer mit dabei. Mittlerweile habe ich sie schon auf zwei Realcons getroffen, beim letzten habe ich sie auch noch interviewt. Ich bin sicher, sie wird noch öfter mit uns zusammen Projekte stemmen.
Schön, dass du dabei bist, Sabine.

Natascha Randt unterstützt uns immer wieder mit ihrer Videokamera, wenn sie unsere Lesungen mitschneidet oder vorher cineastische Trailer in den Bühnenbildern dreht. Sie sind jedes mal ein absoluter Hammer.
Danke dafür Natascha!

Wilfried Abels alias Wilfried Virtuell leitet seit dreieinhalb Jahren die SL Schreibgruppe. Das ist rekordverdächtig. Die meisten Gruppen dieser Art, die ich in Second Life erlebt habe, sind nicht über das dritte oder vierte Treffen hinausgekommen. Wilfrieds Projekt ist unabhängig von den Brennenden Buchstaben, gehört aber doch irgendwie zu uns dazu. Schon allein weil er sich damit jedes Mal an unseren Veranstaltungen beteiligt.
Danke für deine Arbeit, Wilfried.

Michael Iwoleit alias Maikelkay gehört auch hierher. Gut, wir waren schon vorher Kumpel, aber wir arbeiten auch in SecondLife zusammen. Obwohl er eigentlich Schriftsteller ist, habe ich ihn zu unserem Soundtrackexperten umfunktioniert. Er lässt das gern mit sich machen. Ich sage: „Michael, ich brauche einen Soundtrack“ und er antwortet. „Klar, wann?“
Dann giften wir meistens noch eine halbe Stunde darüber herum, warum wir durch unsere Kurzgeschichten nicht zu Millionären werden (worin ich ehrlich gesagt das einzig echte Symptom für die geistige Verödung des Abendlandes sehe) und stürzen uns dann in die Zusammenarbeit.
Danke dafür, Michael.

Auch die Leute von der Villa, Nidatine und Seraph sollen hier nicht unerwähnt bleiben. Seraph hat uns in den letzten Monaten als Livekameramann bei mehreren Aktionen unterstützt. Vom Interview und der Lesung von Jens Gehres, über Confinement bis zum Auftritt von Dirk van den Boom. Ich bin ihm übrigens vor einigen Jahre bei einem Steampunkevent persönlich begegnet.
Danke dafür am Nidatine und Seraph.

Barlok Barbosa alias Bernhard Bettschen ist definitiv ein guter Freund. Wir beide verstehen uns prächtig. Meistens nur chattenderweise, gelegentlich auch via Voice. Wobei ich unsere Freundschaft als sehr einseitig empfinde.
Ich sage ihm: Barlok, ich brauche ein Luftschiff. Er stellt mir ein paar Fragen und dann...dann baut er das Ding. Und eigentlich weiß ich gar nicht, warum er das tut. Wieso es ihm Spaß macht, seine Zeit zu vertrödeln, um MEINE Hirngespinste, oder eben die unserer Gäste in 3D-Modelle zu verwandeln. Aber es muss wohl so sein, denn noch während er eine ganze SIM für mich in eine Festung, ein Schlachtfeld oder ein Raumschiff verwandelt, will er schon wissen, was er als nächstes herstellen darf.
Er muss längst mehr als eine Millionen Prims für die Brennenden Buchstaben gerezzed haben. Und er ist ein wahrer Kumpel.
Vielen Dank dafür, Barlok.

Und natürlich sind da noch all die Schriftsteller. Manche sind besonders oft bei uns und es ergeben sich immer wieder Gelegenheiten, auch mal real zusammen zu lesen.


Mit Anja Bagus und Frederic Brake live.

Mit Anja Bagus beispielsweise. Ich finde sie einfach töfte und wir stellen uns so oft wie möglich auch auf der Holzbühne zusammen hinters Mikrofon.
Danke dafür, Anja.

So ist das auch mit meinem Freund Frederic Brake. Er ist ein feiner Kerl. In letzter Zeit hat er sich oft erkundigt, wie es mir so geht. Schon vorher stand er mir bei ein oder zwei unschönen Gelegenheiten zur Seite. Das rechne ich ihm verdammt hoch an. Frederic und ich versuchen so oft wie möglich auch in der wirklichen Welt zusammen zu lesen. Zum ersten Mal 2012 als er bei unserem Bücherpicknick in Duisburg dabei war.
Danke dir, Frederic!

Manchmal fragst du dich natürlich, wie die anderen so eine Freundschaft gewichten. Bernhard Giersche hat diese Frage für mich auf sehr drastische Art beantwortet, als er mich gebeten hat, die Trauerrede auf seiner Beerdigung zu halten. Ihr kennt die Geschichte.
Danke für alles, Bernhard.

Ich müsste auch Gabriele Behrend erwähnen. Wir kannten uns zwar schon vor dem virtuellen Projekt, aber sie hat bei uns gelesen, während ich immer ein oder zwei Programmpunkte zum Dortcon beitragen konnte. Er wird mir 2019 übrigens sehr fehlen, aber das wisst ihr ja.

Oder Jennifer B. Wind und mit ihr Petra K. Gungl, die in den letzten Jahren viele Lesungen in Second Life und nicht nur bei uns absolviert haben.

Wenn ich vor zehn Jahren auf Cons unterwegs war, kannte ich vielleicht drei oder vier Leute persönlich. Natürlich kam man auch mal ins Gespräch, selbstverständlich wurden auch da und dort Kontakte geknüpft. Aber gerade auf Conventions merke ich, wie viele Leute ich durch das Buchstabenprojekt kennengelernt habe. Von selbst auferlegter Isolationshaft im stillen Kämmerlein kann keine Rede sein.
Bei einem ein Besuch auf der RPC, dem Buchmessecon oder einem der vielen Steampunkevents treffe ich heute an jeder Ecke jemanden, der schon einmal als Vorleser oder Verleger bei uns in SL war. Da klopfen einem so tolle Typen wie Peter Hohmann auf die Schulter, oder man liest mal zusammen mit Tom Daut oder Torsten Low. Oder ich quatsche mit Ralf Steinberg vom Fantasyguide, der oft über unsere Lesungen berichtet. 
Ja, ich müsste jetzt noch zwei oder drei Dutzend Leute nennen.
Ich könnte mittlerweile allein zehn Stunden auf einer Convention damit verbringen, alle diese Kollegen zu interviewen. Dabei kommt dann auch mal so was heraus, wie das halbstündige Gespräch mit Michael Marrak im Oktober in Dreieich. Hat mich wahnsinnig gefreut, dass er auf mich zukam, weil er bei uns den „Kanon der mechanischen Seelen“ vorstellen wollte und zusätzlich das Cover seines ganz neuen Romans.
Ihr merkt schon, ich komme an meine Grenzen. Ich kann nicht jeden aufzählen, aber ich mag sie alle.
Das ist auch ein wichtiger Grund, das hier zu schreiben. All die Leute um mich herum mal wissen lassen, wie sehr ich sie schätze.
So, jetzt ist es raus!

Es lässt sich nicht leugnen, dass die Bilanz meiner Fluchtanstrengungen als digitaler Eskapist ein wenig euphorisch klingt. Aber so nehme ich es wahr.
Ich habe unseren Projekten in der Minimatrix, ob nun Second Life, oder Open Sim einige sehr reale und positive Entwicklungen zu verdanken. Dabei hatte ich natürlich Glück, es mag aber auch etwas mit meiner persönlichen Philosophie vom „Avatar sein“ zu tun haben.
Für mich ist Kueperpunk Korhonen kein Emigrant in einer Ausweichrealität, er ist eine Erweiterung meiner selbst in den Cyberspace und wird nur dann gebraucht, wenn etwas auf dem Monitor passiert.
Ich denke schon, dass man zu lange im Spiel bleiben kann. Aber ich kann hier keine Zahl nennen, keine Zeitlinie, die man auf gar keinen Fall überschreiten sollte.
 In meinem Fall beschränken sich meine Aufenthalte in Second Life (mittlerweile) fast ausschließlich auf die Veranstaltungen und die kurzen Zeitphasen, die ich für Werbung und Vorbereitung inworld brauche. Ich hänge viel länger vor dem Monitor, um mich in sozialen Netzwerken umzusehen, oder das Blog zu aktualisieren.
Ich werde aber den Teufel tun und anderen erklären, wie sie mit Virtual Reality umzugehen haben. Ich bin sicher, ihr seid alle clever genug, um das für euch selbst herauszufinden.
Ich wünsche euch viel Spaß und Erfolg dabei!

Samstag, 6. Januar 2018

Politik in der Science Fiction...

Gerade als "bekannter Szene-Literat" drei Fragen zum Thema Politik in der Science Fiction erhalten. Na klar, auf so eine Andrede springe ich an. Vergesst das mit der Subtilität, immer schön Honig um den Bart, da mache ich alles mit. Außer Sport.
Meine Antworten auf Fragen werden glücklicherweise um so besser, je weniger Ahnung ich von etwas habe. Nichtwissen immer durch Weitschweifigkeit ausgleichen. Könnte auch an meinem Neben(Haupt-)beruf liegen. Aber ernsthaft: Ein wenig konnte ich doch dazu sagen.
Bin gespannt, was draus wird.

Gelesen: „Netzwerk“ von Robert Charles Wilson...




Obwohl der Titel entsprechende Assoziationen weckt, spielt das Internet in „Netzwerk“ so gut wie keine Rolle. Es geht auch nicht um die aus dem Ruder laufende Entwicklung eine sozialen Netzwerks wie in „The Circle“. Robert Charles Wilsons Roman wird man am besten mit dem Label Social Fiction gerecht. Insgesamt ist Technologie eher nebensächlich. Es geht aber um die Frage, wie ihre Anwendung die sozialen Strukturen, die unsere Gesellschaft bilden,  verschieben oder völlig umformen kann. Wer auf einen High Tech Computer Thriller hofft, der hat vermutlich zum falschen Buch gegriffen. Ich empfehle dennoch, „Netzwerk“ eine Chance zu geben, denn Wilsons Roman hat andere Qualitäten.
Aber worum geht es?
Der Konzern Interalia hilft seinen Kunden dabei, die für sie passende soziale Gruppe zu finden. Dabei geht es nicht um eine Partnersuche, sondern darum, Menschen zusammen zu bringen, die sich gegenseitig ergänzen und effektiv kooperieren können. Das System basiert auf der von Meir Klein entwickelten Teleodynamik, die präzise Vorhersagen über die soziale Dynamik von Gruppen machen kann. Man unterzieht Interessenten verschiedenen psychologischen Tests und Hirnscans und ordnet sie dann einer von zweinundzwanig verschiedenen Affinitäten zu. Personen die nicht das selbe Genom, aber das selbe Sozionom teilen. Kurz: Menschen, die auf der selben Wellenlänge schwingen. Einmal in der passenden Affinität angekommen, findet jeder eine für ihn passende Aufgabe, die ihn erfüllt und glücklich macht.
Meirs System funktioniert tatsächlich. Vor allem die Affinitäten Tau und Het sind jede für sich wirtschaftlich äußert erfolgreich. Sie wollen sich aus der Kontrolle durch Interalia befreien und selbst bestimmt weiter entwickeln. Es kommt zu einem Machtkampf mit dem Konzern und unter den verschiedenen Affinitäten. Gleichzeitig wächst der Unmut in den Teilen der Bevölkerung, die keiner Affinität zugeordnet werden können und damit von den positiven Entwicklungen ausgeschlossen werden.
„Netzwerk“ ist kein actionlastiger Thriller, sondern eine Familiengeschichte. Denn für Adam Fisk wird die Affinität Tau zu der Familie und dem Zuhause, das ihm sein bisheriges Leben nicht bieten konnte. Ganz bestimmt kein klassischer Science Fiction Plot, aber trotzdem oder gerade deswegen so spannend, dass ich „Netzwerk“ fast in einem Rutsch gelesen habe.
Volle Leseempfehlung!!

Freitag, 5. Januar 2018

Eine Rede auf der Beerdigung eines Freundes halten...

Vor wenigen Monaten bat mich Bernhard Giersche, eine Rede für seine Beerdigung zu schreiben und zu halten, sobald es an der Zeit ist. 
„Sobald“, nicht „falls“. 
Damit brachte er auf den Punkt, was ich nicht wahr haben und erst recht nicht aussprechen,wollte: Er würde mit großer Wahrscheinlichkeit nicht überleben.
Ich habe seine Bitte als große Ehre und als Vertrauensbeweis empfunden. Ihm das abzuschlagen, wäre nicht in Frage gekommen. Dass ich gehörigen Respekt, um nicht zu sagen Angst vor der Vorstellung hatte, zum Zeitpunkt X vor einer Trauergemeinde einen vermutlich hoch emotionalen Text vorzulesen, habe ich ihm nicht erzählt. Ich hatte keinen Zweifel daran, dass mir das schwer fallen würde. Irgendeinen fiktiven Dialog wiederzugeben, und sei er noch so tragisch, ist etwas völlig anderes, als über jemanden zu sprechen, den man sehr geschätzt hat und der jetzt in einer Holzkiste keine drei Meter entfernt liegt.
Bei meinen sehr persönlichen Abschlussreden für meine eigenen Klassen, die also, die ich als Klassenlehrer begleitet habe, bin ich auch jedes Mal in leichte Herzensturbulenzen geraten. Und da reden wir von einer Situation, die für beide Seiten eigentlich eher erfreulicher Natur ist.
Mir war klar, dass das heute nicht so funktionieren würde. Ich habe mich nur gefragt, wann die Stimme endgültig versagen würde und ich den Text an irgend jemand anderen übergeben müsste.
Über die Rede selbst will ich hier nicht schreiben, sie war ausschließlich für die Beerdigung gedacht und gehört nicht hierher. Aber Bernhards Auftrag an mich als Redenschreiber möchte ich  zitieren:
„Hau so richtig auf die Sahne. Die sollen lachen, aber die sollen sich auch die Augen ausm Kopp heulen.“
Bernhards genau formulierte Anforderung an die emotionale Wirkung seiner Wunschrede machte es für mich natürlich nicht leichter. Er hat die Rohversion übrigens noch vor etwa drei Wochen gelesen. Das war auch mir sehr wichtig. Ich wollte nichts falsches sagen, es sollte genau Bernhards Vorstellungen entsprechen.
Heute war es also soweit. Nachdem mir der Arsch spätestens gestern Abend auf Grundeis ging, habe ich mich von der Facebookgemeinde päppeln lassen, ohne genau zu schreiben, worum es geht.
Danke für all die gedrückten Daumen und die bestärkenden Kommentare.
Es ist vorbei. Ich habe es irgendwie geschafft, fast sechs Seiten zu lesen. Erst im letzten Satz ist mir die Stimme weggekippt. Aber ich hatte schon vorher zu Kirsten gesagt: „Dann muss ich halt heulen, ist eben so.“
Diese Beerdigung war die schönste Zeremonie ihrer Art, die ich je erlebt habe. Bernhard hatte alles mit dem Pastor und dem Bestatter und natürlich seiner Familie minutiös geplant. Uns blieb das Standardprozedere erspart, bei dem Menschen, die wir nicht kennen, Allgemeinplätze über Menschen, die sie nicht kennen, zitieren. Es ging um Bernhard und darum, wie er mit seiner Krankheit umgegangen ist. Harald Giersche las einen sehr bewegenden Brief seines Bruders und zum Schluss kam meine Rede.
Ja, ich hatte Schiss. Ja, ich hab geheult. Was soll`s? Wenn es mich nicht gekümmert hätte, das wäre wirklich traurig.
Für das Finale hatte der clevere Bernhard sich aber noch etwas besonders ausgedacht.
Als der Sarg – den wir alle mit persönlichen Widmungen versehen hatten - im Grab versenkt wurde, ertönte in Endlosschleife das Beamgeräusch aus Star Trek. Markus Lawo schaltete schnell und rief lauf „Beam me Up, Scotty!“ Das mag den einen oder anderen kurz erschreckt haben. Aber es war genau das, was Bernhard an dieser Stelle gefallen hätte.
So, ihr Lieben. Ich rauche jetzt draußen eine Zigarre und sage: 
„Lasst es euch gut gehen, achtet gut auf euch und zieht keine roten Shirts an! Freunde wie Bernhard sind zu knapp. Und dir, alter Freund, winke ich zu!“

Donnerstag, 4. Januar 2018

Mein neuster Oldtimer: Ein Dampflaster...



Der Foden Steam Wagon aus dem Jahr 1922. Also das Original, nicht das Modell. Das düfte aus dem Jahr 1995 sein. Dampflastermodelle liegen übrigens weit über dem Durchschnittspreis. Für die meisten werden zwischen 50 und 100 € gefordert. Freut mich, jetzt endlich einen  in der Sammlung zu haben, denn ich erwähne sie immer wieder gern in Steampunk Kurzgeschichten. 
Im Diorama macht er sich natürlich noch besser. Rechts daneben ein Ford Model T, links ein Bugatti Royale Coupe Napoleon. 
Ich fürchte, ich brauche mehr Häuser und am besten gleich noch eine Landschaftsplatte.

Dienstag, 2. Januar 2018

Sonntag, 7. Januar: Felix Münter liest live aus "Troubleshooter - Jäger&Gejagte" - davor Gedenklesung für Bernhard Giersche...



Barlok Barbosas Bühnenbild für die Lesung aus "Reiten wir" ist schon jetzt legendär. Es wäre unverzeihlich, dieses Meisterwerk schnell wieder ins digitale Nirvana zu verbannen. Statt dessen begibt sich unser Baumeister erneut an die Arbeit für die nächste Westernlesung. 
Felix Münter schwingt sich in den Sattel und bringt seine ganze Posse mit. Die Troubleshooter. Knallharte Burschen, die den Wilden Westen von Monstern aller Art befreien. Diesmal ist auch unsere Sadt bedroht. Mal schauen ob uns Felix coltschwingende Großwild-Kammerjäger helfen können.
Felix Münter liest am Sonntag, den 7. Januar aus "Troubleshooter - Jäger und Gejagte". 
Wir beginne allerdings bereits um 19.30 Uhr mit einer Gedenklesung für Bernhard Giersche an seinem Memorial!

Montag, 1. Januar 2018

Über das Sterben in der virtuellen Welt...

Ich habe in den letzten Tagen wahrscheinlich schon viel zu viel zum Thema Sterben und Tod geschrieben. Der nachfolgende Text ist wohl auch nicht die geeignetste Lektüre für den Einstieg ins neue Jahr. Lasst euch also nicht die Stimmung ruinieren, wenn euch gerade nach feiern ist. Andererseits ist der Jahreswechsel ein guter Zeitpunkt, um ein wenig über das Leben nachzudenken. Keine Sorge, ich habe nicht vor, mich hier in philosophischen Spekulationen zu verheddern. Lieber schreibe ich über meine eigenen Erfahrungen mit dem Sterben im Cyberspace.

Mit meinen 48 Jahren gehöre ich zur ersten Generation von Videospielern, war Zeitzeuge der ersten Konsolenklassiker wie „Pong“ und habe tausende von Stunden spielend erst vor dem C64, später dann vor dem Amiga und natürlich irgendwann mit dem PC verbracht. Natürlich haben wir uns schon am Brotkasten ausgemalt, wie es sein würde, wenn wir, verbunden per Akustikkoppler, gemeinsam virtuelle Welten erkunden könnten. Wir konnten uns sogar vorstellen, wie der Cyberspace in wenigen Jahren aussehen würden. Selbstverständlich haben wir auch darüber spekuliert, wie ein direktes Interface zwischen Gehirn und Metaversum aussehen würde und wann wir endlich damit rechnen können. Wir haben allerdings nicht mal ansatzweise geahnt, wie schnell ein, wenn auch nur rudimentär auf Basis normaler Monitore funktionierendes Metaversum unsere zwischenmenschlichen Beziehungen neu verdrahten würde.
Springen wir ins Jahr 2017 und stellen uns der Realität tatsächlicher Entwicklungen: Dass es keine fliegenden Autos gibt, kommt nicht so überraschend. Die technische Hürde wäre jederzeit überwindbar, aber es besteht bislang kein wirklicher Bedarf. Überraschender ist da schon die Tatsache, dass sich 3D Brillen bis heute nicht wirklich durchgesetzt haben. Wider Erwarten hat fast niemand so ein Ding zuhause.  Selbst enthusiastische Gamer verzichten darauf, was meistens am Anschaffungspreis liegt, oder daran, dass man sich gern vergewissern können möchte, ob man wirklich noch allein im Raum ist, oft aber auch an einem schlecht gelaunten Gleichgewichtsorgan. Wer spielt schon gern mit einem Eimer neben der Spielkonsole?
Sind virtuelle Welten, obwohl  noch immer auf die zwei Dimensionen des Flatscreens reduziert, deshalb für uns bedeutungslos?
Ganz im Gegenteil.
Wir erinnern uns. Second Life erblickte im Jahr 2003 das Licht der Welt und war kurzzeitig ein ganz heißes Ding. Obwohl es seine Grafikengine selbst im ersten Jahr mit keinem der damals aktuellen Konsolenspiele hätte aufnehmen können. Nicht mal bei frühen Versionen von Tombraider mussten wir jemals zusehen, wie die Landschaft um uns herum lädt.
Aber Second Life war von vornherein nie wirklich als Spielwelt konzipiert, sondern als Plattform für ein alternatives zweites Leben. Die grafische Performance ist unzureichend, die Auflösung auf den bei den meistens SL Usern sowieso überforderten Computer eher eye cancer als eye candy. Das „Gameplay“ treibt Egoshooter-Fans, die sich aus Versehen hierher verirren, auf der Stelle in den Wahnsinn, allein schon, weil ihre gewohnten Tastenkombinationen nicht funktionieren -  und sie in Spielzonen abgeknallt werden, noch bevor das Gebäude, in dem ihr Gegner lauert, für sie überhaupt sichtbar wird.
Kurz und bündig: SL kann es mit keinem Spiel auf dem Markt aufnehmen.
Es gibt jedoch andere Gründe dafür, warum die Einwohnerzahl nach wie vor relativ hoch ist. 
Linden Labs Spielzeug Cyberspace mag technologisch untermotorisiert sein, doch dafür ist er emotional hoch aufgeladen. Das liegt daran, dass die geneigten Bewohner von Second Life überhaupt nicht spielen wollen.
Viele von ihnen haben nicht mal Vorerfahrungen als Gamer. Wer hierher kommt, oder besser gesagt anfällig genug für die Immersion per Bildschirm ist, dem geht es um die Möglichkeit einer alternativen oder zusätzlichen Seinsebene. Second Lifer wollen leben, lieben, sich austoben, suchen amouröse Abenteuer, gelegentlich auch eine Beziehung für die reale Welt und manch einer schafft es wirklich, hier seinen späteren Ehepartner kennen zu lernen. Haben meine Frau und ich jedenfalls gehört.
Die Gefühlswelt des Second Lifers kommt mit erstaunlich wenig Pixeln aus, ist dafür aber um so erhitzter. Da werden virtuelle Beziehungen entscheidend für Glück oder Unglück im realen Leben. Avatare steigen auf dem Prioritätstreppchen auf einen höheren Rang als der reale Partner, echte Beziehungen enden zugunsten einer Pixelliebe zwischen zwei Menschen, die ein Ozean trennt, aber eine Glasfaserleitung verbindet.
Nicht umsonst finden wir in den Profilen häufig einen Warnhinweis: „No Drama“, wünschen sich vor allem jene, die er ordentlich krachen lassen möchten - danach aber nicht mehr angesprochen werden wollen.
Doch Dramen passieren. Und es geht dabei nicht immer nur um das tragische Ende einer digitalen Romanze.
Avatare mögen unsterblich sein. Aber die Menschen dahinter sind es nicht.
In den zehn Jahren, die ich mit Second Life und Open Sims verbracht habe, bin ich schon einige Male mit dem Tod von SL-Usern konfrontiert worden.
Vielfach geschieht wohl genau das, was wir erwarten würden:
Jemand stirbt und der Avatar kehrt einfach nicht mehr zurück, ohne dass man je vom Tod der steuernden Person dahinter erfährt.
Doch es ist anders, wenn jemand lange Zeit in SL verbracht und ein großes soziales Netzwerk um sich herum geknüpft hat. Es sind immer enge Vertraute darunter, mit denen man auch über andere Medien in Kontakt steht und auf diesem Weg erreicht die Nachricht den erweitertem Freundeskreis. In vielen Fällen auch die Geschichte dahinter. Krebs, Herzanfall, ein Unfall.
Selbstverständlich ist der Tod auch in der virtuellen Welt ein Thema, Man selbst kann es natürlich leugnen, aber irgendwann wird man vermisst werden. Von irgend jemandem, der sich Gedanken macht.
Schon allein der Altersdurchschnitt der User sorgt dafür, dass man irgendwann selbst in der hübschesten digitalen Oase mit der Wirklichkeit konfrontiert wird. Der durchschnittliche Second Lifer geht auf die 40 zu oder hat die Grenze bereits überschritten. Junge Gamer interessieren sich nun mal nicht im geringsten für eine Spielwelt, die ihnen keine vorgefertigten Abenteuer anbietet.
Dafür übt Second Life auf alle eine große Anziehungskraft auf alle aus, für die es schwierig ist, die eigene Wohnung zu verlassen, die am kulturellen Leben draußen nicht teilhaben können.
Es sind viele chronisch Kranke dabei. Nicht immer in einem lebensbedrohlichen Zustand. Auch Körperbehinderungen können das zweite Leben zur attraktiven Option machen. Man wird übrigens immer wieder feststellen, dass jemand der einen Rollstuhl braucht, den oft auch in Second Life benutzt.
Oder aber man ist gar nicht selbst krank, sondern muss jemand anderen permanent pflegen. 
Im Juni 2010 hatte Pit Elan im Kafé Krümelkram darüber berichtet, wie Second Life für ihn zur Chance geworden ist, „raus zu kommen“ und dabei trotzdem permanent seiner mittlerweile schwer an Alzheimer leidenden Frau zur Seite stehen zu können.
Natürlich ist auch Krebs für Second Lifer ein nicht zu leugnender Teil ihrer Lebenswirklichkeit.
In den letzten Jahren bin ich immer wieder Betroffenen begegnet und viele von ihnen sprechen darüber, während sie als kerngesunder Avatar ihre Kreise auf einer Tanzfläche ziehen, auf einem virtuellen Pferd sitzen oder in einer digitalen Brandung surfen.
Es gab sogar zeitweise eine Gruppe für Angehörige von Krebspatienten mit eigener Niederlassung in SL. Alljährlich findet das Relay for Life statt, bei dem mit Konzerten, Lesungen und anderen Events Spenden für die American Cancer Society gesammelt werden.
Wer Second Life nicht kennt, wird sich vielleicht fragen, wie man dort mit dem eigenen Tod, oder dem von Freunden umgeht. Verbannt der eskapistische Realitätsflüchtling das unabwendbare „Game Over“ seiner fleischlichen Hülle aus der schönen heilen Welt der Barbie und Ken-Klone?
Gibt es zum Beispiel Friedhöfe?
Viele sogar. Die meisten sind natürlich reine Dekoration, passend zum Thema der SIM auf der sich ein Vampirclan niedergelassen hat, oder weil Grabsteine sich in einer viktorianischen Kulisse einfach gut machen oder weil gerade mal wieder Halloween ist.
Aber es gibt auch „echte“ Gräber. Plätze, die Avataren gewidmet sind, die nicht zurückkehren werden, weil die Person dahinter nicht mehr lebt.
Im März 2011 ist meine gute Freundin Sabrinaa Nightfire alias Deborah gestorben. 2009 hatte ich sie in Berlin getroffen und ihr die Stadt gezeigt. Eigentlich wollte sie im darauf folgenden Jahr in den Ruhrpott kommen. Aber eine furchtbare Diagnose hat ihre Pläne zunichte gemacht: Knochenkrebs.

Sabrinaa Nightfire 2009 in Berlin.

Im Verlauf ihrer Krankheit, haben wir uns oft in Second Life getroffen. Welcher Ort würde sich besser dafür eignen, um über Leben und Tod zu philosophieren, als einer an dem man jede beliebige Umgebung erschaffen kann? Eine Klippe über dem Ozean im Licht des Sonnenuntergangs beispielsweise. Ein kleiner Dialog ist mir besonders im Gedächtnis geblieben.
„Was tust du heute, Sab?“
„Ich sterbe, Kuep.“
Das letzte Wort, das Sabrinaa mir jemals geschrieben hat, war „Lol“, als ich eine Bemerkung über einen nackten Avatar bei einer Ausstellungseröffnung machte. Zu mehr reichte ihre Kraft nicht mehr. Sie starb nur wenig später.

Schwebende Avatare über dem Memorial von Sabrinaa Nightfire.

Sabrinaas Memorial war das erste, das ich in Second Life erlebt habe. Gemeint ist damit oft ein Ort, an dem man etwas niederlegen kann. Bilder, Kunstwerke, Gegenstände, die im Bezug zum Verstorbenen stehen. Ein Memorial kann aber auch eine Zeremonie sein, bei der Freunde eine Rede halten, etwas lesen, oder Musik machen. Bei Sabrinaa umfasste es alle diese Punkte und es war eine äußerst bewegende Erfahrung.
Memorials sind eine großartige Möglichkeit, um jemanden zu würdigen, dessen Gesellschaft, Freundschaft oder dessen Aktivitäten wir in der virtuellen Welt sehr geschätzt haben. Ich behaupte, diese Zeremonien haben tatsächlich einen Bezug zu der Person, um die es geht. Anders als das Standardritual mit einem Priester, der über jemanden spricht, den er nie kennengelernt hat.
Weder in Fleisch und Blut noch als Avatar.
Manchmal, vermutlich sogar sehr oft wird der Cyberspace für Trauernde auch zur Zuflucht. Ich will mir hier kein Urteil darüber erlauben, inwieweit das eine therapeutische Wirkung haben kann.
Vor einigen Jahren ist der sowohl reale als auch virtuelle Lebensgefährte einer Bekannten auf besonders tragische Weise ums Leben gekommen. Sie hat danach nur dann einschlafen können, solange ihr Laptop eingeschaltet neben dem Bett stand und sich ihr Alter Ego an einem Ort mit anderen Second Lifern befand. Wenn wir in der Nähe waren, hat sie ihren Avatar beispielsweise auf einem Sofa im Kafé Krümelkram abgelegt. Ihre Freunde entwickelten schnell die Gewohnheit, Kuscheltiere um ihren Avatar herum zu drapieren. Manchmal ganze Rudel von Schnuffelviechern, Hasen und Bären, die sie nach dem Aufwachen vorfinden sollte. Uns allen waren natürlich klar, dass wir ihre Probleme durch das Zuwerfen von Teddybärchen nicht würden lösen können. Viele begannen auf sie einzuwirken und versuchten sie dazu zu bringen, weniger Zeit in Second Life zu verbringen.
Wahrscheinlich ist da so, als würde das Medikament, von dem du abhängig bist, selbst versuchen, dich davon zu überzeugen, es nicht mehr einzunehmen.
Ich bezweifele, dass wir ihr wirklich helfen konnten.
Besonders verstörend kann es sein, zu beobachten, wie ein Avatar online geht, dessen Besitzer Tage vorher gestorben ist. Ich habe das vor ein paar Jahren selbst erlebt. Natürlich gibt es immer einen ganz rationalen Grund dafür, warum ein Geist in der Maschine auftaucht. In diesem speziellen Fall einen Ehemann, der etwas über mögliche virtuelle Beziehungen seiner verstorbenen Frau herausfinden wollte. Vermutlich eins der skurrilsten Beispiele dafür, welche Rolle das Metaversum nach dem Tod eines Menschen spielen kann.
In meinen zehn Jahren im Cyberspace war ich bei insgesamt drei Memorials dabei.
Das letzte bestand aus einer Reihe von Konzerten zu Ehren der Veranstalterin Jeanette Janus, die 2012 ganz unerwartet  starb.

Bernhard Giersche bei seiner Lesung aus "Kampf dem Karl". Bild: BukTom Bloch

Mein Freund Bernhard Giersche hat seinen nahenden Tod im November zum Thema eines Auftritts im Brennenden Theater gemacht. Er las aus seinem Buch „Kampf dem Karl“. Sein Avatar auf einem dampfbetriebenen Rollstuhl sitzend, auf einem Galgengerüst, zwischen herum schwebenden Sensenmännern und am Boden krabbelnden Krebsen. Miara Lubitsch, die das Bühnenbild nach Bernhards Wünschen baute, muss mehr als einmal nach Luft geschnappt haben, während er ihr seine Vorschläge unterbreitete. Aber ich denke für ihn war das sein Weg, durch schwärzesten Humor mit der Unausweichlichkeit seines baldigen Todes umzugehen.
Wir hatten beide gelacht als ich ihm anbot, einen Sensenmann aufzustellen, dem er als Pose in den Arsch treten konnte. Wir fanden das aber letztendlich doch zu unpassend für den Abend.
Bernhard ist am 29. Dezember gestorben. Rund zwei Monate nach seinem denkwürdigen Auftritt, dessen Aufzeichnung bei Youtube mittlerweile fast 1500 Zuschauer gesehen haben.
Ich würde Bernhard nicht als Second Lifer bezeichnen. Aber er hat einige Lesungen in der virtuellen Welt absolviert und sich dabei mit seiner unvergleichlichen Art eine Fangemeinde erarbeitet.
Deshalb organisieren Kirsten, Miara Lubitsch und ich ein Memorial für ihn. Bernhards Lesungen werden so oder so unvergessen bleiben aber wir möchten ihm auch auf dieser Seinsebene noch einmal unseren Respekt erweisen.
Die SLURL von Bernhards Memorial ist diese: 

Ich habe mir in den letzten Jahren immer wieder Gedanken darüber gemacht, wie es sein wird, wenn die erste Gamergeneration altert, unser Gedächtnis leidet, wir „tüddelig“ werden, wie man so sagt, oder, was hoffentlich nicht geschieht, wirklich dement.
Virtuelle Realität hat im Leben unserer, also der ersten Gamergeneration eine so große Rolle gespielt, dass wir keine scharf definierte Grenze mehr zwischen einem realen Freunden ziehen, oder jemandem, den wir nur als Avatar kennen, ohne ihm je von Angesicht zu Angesicht begegnet zu sein. Ernest Cline hat das in Ready Player One hervorragend beschrieben, wenn er seinen Hauptprotagonisten zum ersten Mal auf die realen Person hinter seinem virtuellen besten Freund treffen lässt.
Meine Frau Kirsten und ich sind uns ziemlich sicher, dass unsere Enkel sich nicht sicher sein können, ob wir im Alter in Erinnerungen schwelgend über einen digitalen Charakter oder jemanden aus Fleisch und Blut sprechen werden. Eventuell werden sogar wir selbst das nicht jedes Mal unterscheiden können.
Ich halte das aber aber für keine furchterregende Entwicklung. Es ist der Lauf des Fortschritts. Auf der anderen Seite bedeutet es ja nur, dass physische Distanz uns nicht mehr unbedingt trennen muss.
Wir sind  noch lange davon entfernt, uns nach unserem Tod in ein elektronisches Ausweichuniversum hochzuladen. Aber schon jetzt spielt der Cyberspace für unseren Umgang mit unserer eigenen Sterblichkeit eine große Rolle. So wie es all die anderen Medien zuvor auch schon immer getan haben.
Friedhöfe in Second Life sind nicht für die Ewigkeit gedacht. Genau so wenig Memorials, die oft nur wenige Wochen erhalten bleiben. All diese Plätze verschwinden, sobald jemand seine Miete nicht mehr zahlt, oder wenn der Betreiber den Server abschaltet. Aber damit sind sie auch ein großartiges Sinnbild für unsere eigene Vergänglichkeit.
Der Cyberspace ist für uns  eine neue Möglichkeit Spuren zu hinterlassen.
Wahrscheinlich ist es das, was wir uns alle am meisten wünschen:
Dass sich ab und zu jemand an uns erinnert. Egal ob hier oder drüben im Metaversum.