Donnerstag, 16. November 2017

Bernhard Giersches Livelesung in Lippstadt...

Obwohl du das nicht magst, bleibe ich dabei: Du siehst nicht scheiße aus!! Aber du bist ne coole Sau.


Gestern hat Bernhard Giersche im Kunstatelier Udo Tschorn aus seinem Buch "Kampf dem Karl" gelesen.  Für ihn eins seiner vermutlich wichtigsten Projekte, von ihm selbst als würdiger Abschluß seiner Karriere als Schriftsteller bezeichnet. Was das angeht, Bernhard, erlaube mir die Anmerkung, dass da doch noch zwei mögliche Bücher in der Schwebe sind. Davon abgesehen, denke ich, das deine bisher erschienen Werke für dich arbeiten und deine Karriere so oder so nicht vorbei ist. Diese Bücher fangen gerade erst an, ihre Leser zu finden. 
Es hat mich wahnsinnig gefreut, dass der Abend planmäßig stattfinden konnte.  
Karl, das Karzinom hatte schwere Geschütze aufgefahren, um Bernhard an seinem Auftritt zu hindern. Davon hat der sich aber nicht beeindrucken lassen. Wieder einmal hat Herr Giersche uns gezeigt, was es bedeutet, Arsch in der Hose zu haben. Statt wenigstens in bequemer Position aus dem Stuhl heraus zu lesen, ist Bernhard aufgestanden und zur Rampensau mutiert. Wir wissen ja spätestens, wozu er  in der Lage ist, seit er bei der denkwürdigen Steampunklesung in Soest einen preußischen Offizier aus der zweiten Bagus Trilogie gelesen hat.
Im Verlauf einer Stunde lieferte Bernhard eine nüchterne und schonungslose Bestandsaufnahme seiner Situation ab. Teilweise frei vorgertragen mit Herz und Schnauze, dabei  gelegentlich die Grenze zur Stand Up Comedy überschreitend, aber  ohne in Klamauk abzugleiten. Authentizität, die vom Publikum honoriert wurde. Sogar mit einer Standing Ovation.
Ich habe es als große Ehre empfunden, meinen Freund gestern Abend unterstützen zu dürfen. Die ursprüngliche Idee war, dass ich nur dann einspringe, falls Bernhard eine Pause braucht. Aus Plan B wurde aber ein Plan A, als er mich bat, drei Ausschnitte aus seiner Kolumne für die Lippstädter Tageszeitung "Patriot" zu lesen.  Ich kann nicht sagen, dass es mir Spaß gemacht hat wie bei unseren vorherigen gemeinsamen Lesungen in der guten alten Zeit,  bevor sich der Romanschurke Karl in eine echte Bedrohung in Bernhards Körper verwandelt hat. Dazu ist mir zu bewusst, was gerade geschieht. 
Aber es war toll für mich, Bernhard, Aber es war toll für mich, Bernhard, das gemeinsam mit dir durchzuziehen. Und wann immer deine Rekonvaleszenz - mit der ich fest rechne - beginnt, stehe ich bereit für die große Tournee! Die Westfalenhalle könntest du auch vollkriegen.


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