Freitag, 1. September 2017

Patrick Süßmeier stellt auf Kopfgestöber die Blog-Sinnfrage...

Kann ich gut verstehen. Jeder begeisterte Blogger erlebt genwisse Phasen der Ernüchterung - man könnte auch sagen "lichte Momente" aber das wäre ziemlich fies - Phasen der Ernüchterung also, in denen man sich fragt: Wieso hämmere ich eigentlich immer noch mit so großer Begeistertung Postings in die Tasten? Die Besucherzahlen sind niedrig, der Like-Haken ist anscheinend etwa so massiv wie ein Schiffsanker und dementsprechend schwer zu setzen und einige Dahingeschiedene bekommen mehr Kommentare auf ihren Grabstein, als ich unter meine Blogartikel.
Ohne Feedback wird auch der enthusiastischste Blogger über kurz oder lang den Spaß an der Sache verlieren. Wie also hype ich mein Blog. Zunächst einmal nicht, in dem man einen dieser völlig überflüssigen Blogcoaches danach fragt. Erfolgreicher Blogger werden ist leider genauso schwierig, wie erfolgreicher Autor oder Rockstar werden. 
Wobei die Startposition helfen kann: Blogs gehen meiner Beobachtung nach schnell steil, wenn der Verfasser auch jenseits der Tastatur gut vernetzt ist - aber mit Digital Natives.  Freunde sind Multiplikatoren. Der eigentliche Schlüssel zu einem erfolgreichen Blog ist aber ein Thema oder eine Herangehensweise, die sonst niemand bieten können. So ein Alleimnstellungsmerkmal zu entwickeln, ist auch irgendwo Glückssache. Bei Bücherblogs ist es möglicherweise auch besonders schwierig.
Für mich ist das Kueperpunk-Blog mittlerweile vor allem ein Archiv. Es nicht mehr weiterzuführen, wäre eine Unterlassungssünde. Mein Blog ist eine seit dem Jahr 2004 akribisch geführte Autobiographie, die alle bedeutsamen Momente meines Lebens enthält. Ich habe sogar ein Alleinstellungsmerkmal. Ich bin wahrscheinlich der einzige Bekloppte, der sich als Blogger auf das Thema virtuelle Lesungen spezialisiert hat. Die Bude rennt mir damit keiner ein, aber es wird eifrig diskutiert. Nuir passiert das nicht mehr im Blog, sondern vorrangig bei Facebook und manchmal auch bei Twitter.
Deswegen poste ich Blogartikel auch immer komplett bei Facebook. Da werden sie eher gelesen. Einem Link folgen nur wenige. Gesichtsbuch entwickelt die Diskussionsdynamik, die mir beim Bloggen immer gefehlt hat.
Deswegen ist mein (heiß geliebtes) Blog für mich immer mehr privates Tagebuch als ein Medium. Meine Schreibaktivitäten haben sich also weiterverschoben. Von der Homepage aufs Blog, jetzt vom Blog in die sozialen Netzwerke. Ich bin gespannt, wie sich das in den nächsten Jahren weiter entwickelt. 
Und ich hoffe, Patrick verliert nicht den Spaß daran, selbst im Web aktiv zu sein. Ob als Blogger, in sozialen Netzwerken oder auf wlecher anderen Plattform auch immer. 

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