Sonntag, 16. Juli 2017

Gelesen: "Giants" von Sylvain Neuvel...




Ein Autor, der jetzt auf die Idee kommt, einen Roman über außerirdische Riesenroboter zu schreiben, muss an akuter Ideenarmut leiden oder scheut sich nicht vor Plagiaten. Nach Transformers und Pacific Rim - wobei ich letzteren sehr schätze -  könnte ein Plot um verbuddelte mechanische Giganten den Fan zu so einer Einschätzung veranlassen. 
Trotzdem hatte der Klappentext von "Giants" die exakt gegenteilige Wirkung auf mich:
Kleines Mädchen stößt im Wald auf die Hand einer riesigen humanoiden Maschine. Jahre später erhält die mittlerweile brillante Physikerin den Auftrag, herauszufinden, was es mit dem Artefakt auf sich hat. Ja, ich war begeistert, ich musste das Ding haben. Und: es war eine gute Wahl. 
Ich halte Sylvain Neuvels "Giants" für einen der besten Romane der besten Jahre. Er schafft es aus dem aus dem auf den ersten Blick ausgelutschtenTransformers-Plot eine fulminante Mischung aus Science Fiction,  Politthriller und Satire anzurühren. Ich habe das komplette Buch in rund 24 Stunden gelesen und bin geflasht. An dieser Geschichte stimmt einfach alles und selbst der Humor kommt, wie oben angedeutet, nicht zu kurz.  Ich halte die Idee, einen Roman aus Gesprächsprotokollen und Tonaufnahmen zusammenzusetzen, - was an anderer Stelle kritisiert wurde -  für fabelhaft. Nicht zuletzt weil ich selbst schon mehrere Kurzgeschichten auf dieser Basis geschrieben habe. Die Spannung wird dadurch übrigens nicht gemindert. Neuvel versteht es meisterhaft, uns trotz ungewöhnlicher Perspektive jederzeit ganz dicht an den Ereignissen zu halten.
Bin begeistert. Absolute Leseempfehlung!

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