Dienstag, 1. Januar 2013

Nerdfraß: Zum Frühstück aufgewärmter Toast Hawai aus der Mikrowelle...



Ja, er gehört eindeutig in die Kategorie Nerdrfraß, der Toast Hawai. Kurzer kulturgeschichtlicher Rückblick: Vorgestellt wurde er der noch uncomputerisierten deutschen Bevölkerung im Jahr 1955 von Fernsehkoch Clemens Wilmenrod. Einen Namen, den echte Nerds nicht kennen, erblickten sie doch frühstens Anfang oder Mitte der 60er Jahre das Licht der Welt. Wilmerod hatte mit seiner Kreation auf einem Teller alles zusammengefügt, was man im Zeitalter des deutschen Schlagerfilmes unter den Oberbegriff Exotik und eine Käsescheibe packen konnte. Ja, man könnte fast behaupten, der Toast Hawai versinnbildlicht ein hochsimplifiziertes kosmopolitisches Weltbild. 
Nerds lernen das Hawai Toast Rezept von Oma oder Mutti. Er erfreut sich insbesondere bei Computerfreaks so großer Beliebtheit, weil er auch bei absoluter Minderbegabung als Koch problemlos zubereitet werden kann.
Wenn ich Hawai-Toast mache, dann immer genug für eine ganze Kompanie. Falls die Fremdenlegion mal zu Besuch kommt. Der hier war noch von gestern übrig. Nachteil bei der Mikrowellenreaktivierung: Das Brot saugt das Wasser aus der Ananas auf. Aber so früh am Morgen kann man darüber hinwegschmecken.

1 Kommentar:

  1. Als der Prozess beginnt gegen den angeklagten Text zu Beginn der noch folgenden 364 Tage und Nächte, nicht zu vergessen die Frühstücksmorgen, will der Richter gleich zu Anfang der Verhandlung wissen, was es denn auf sich habe, mit dem Nerdrfraß.
    Nerdfraß sei in Wirklichkeit eine herrschaftliche Spezialität aus den vollkommen nutzlosen Gross- und Toasthäusern im Tal mit dem prachvollen Denkmal in der Mitte des Hauptortes. Die werfen sich meist die Wachen in den Rachen, wenn sie sich ablösen vom sichernden Dösen. Da gäbe es keine Unterschiede mehr zwischen männlichen und weiblichen Wachen, immer rin in den Rachen, bis die Därme krachen.
    "Ah so," nickt der Richter und bekommt schon wieder Schmacht so kurz nach acht. "Das freut mich aber jetzt, haben sie denn noch ein Geschenk bei?"
    Selbst wenn der angeklagte Text nichts dabei haben sollte, nichts Wilmrötliches, nichts Omatötliches, dann sind sie doch bezaubernd, diese Wörter, die sich so in der Frühe noch rekelnd und vielleicht auch etwas ekelnd enthüllen und den Magen füllen, schon vor dem ersten Biss.
    viel Genüsse
    Klaus von Nerd am Herd

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