Montag, 22. Oktober 2012

Das FdL 2012: 32 Stunden online...


Wir sind durch: Das Festival der Liebe 2012 ist vorbei und wir sind…nun ja, wie soll ich sagen?
Ich muss es einfach so feststellen aber es ist so:
Mehr als nur zufrieden.
Es hat funktioniert und das  viel besser, als wir erwartet haben. Bei rund 70 Programmpunkten kann so gut wie alles schief gehen.  Künstler könnten ausfallen, Technik versagt. Oder an einem strahlenden Spätsommer-Oktoberwochende interessiert sich niemand für virtuelle Events. Oder wir stellen zu unserem Entsetzen endlich fest, dass stimmt, was alle Kritiker sagen. Dass wirklich längst die Luft aus der SecondLife Community raus ist und wir tatsächlich die einzigen sind, die davon nichts mitbekommen haben.
Dem ist aber nicht so. Lyriker, Autoren, Satiriker, Performer, 3D Künstler, Maler und Fotografen, Musiker, sie alle stellten ausschließlich eigene Arbeiten vor, seien es Texte, Bücher, virtuelle Kunstwerke oder selbst produzierte Musik. Und alle hatten ein Publikum.
Durchschnittlich lagen die Besucherzahlen zwischen 25 und 30 Avataren, erreichten aber auch Spitzenwerte von bis zu 50 Gästen. Selbst am Sonntagmorgen um 10 Uhr konnte sich Sharan Bakar bei ihrer Lesung über rund 20 Zuhörer freuen. Man konnte hören, dasssie Spaß an ihrem Auftritt hatte. Aber das war  bei vielen so.
Für uns noch viel wichtiger aber, dass sich hier nicht einfach die Teilnehmer des FdL versammeln und gegenseitig bestaunen, sondern dass neue Gesichter hinzugekommen sind. Wir haben wieder festgestellt, dass sich in SecondLife noch viel mehr Nutzer für Kultur, für Literatur interessieren.
Sie wissen nur nichts von den Angeboten.
Lesungen wurden mit großer Begeisterung zu jeder Tageszeit besucht. Danke an dieser Stelle noch mal an Alex Jahnke, der trotz schwerer Erkältung einfach per Textchat unsere Fragen beantwortete und mich an seiner statt aus seinem Steampunk Buch lesen ließ.
Insgesamt sind  nur wenige Programmpunkte ausgefallen. Fünf, um es  genauer zu beziffern. Die Übertragung aus dem Mastul in Wedding hat leider nur in eine Richtung funktioniert, allerdings konnten wir das durch Frank Sorges spätere Solo Lesung ausgleichen. Und Poetry Slammer Felix Römer musste leider kurzfristig absagen. Unter Verweis auf  meinen siebten Platz beim Poetry Slam im örtlichen Seniorenheim war in an seiner statt in Heidelberg auf die Bühne geklettert und habe dafür reichlich Prügel bezogen – nicht vom Publikum, sondern hinterm Mikro. Wer dabei war, weiß worum es geht.
Praktisch bedeutete das Festival der Liebe 2012 für uns, an diesem Wochende rund 32 Stunden durchgehend vor dem Computer zu verbringen. 6 Stunden am Freitag, 12 am Samstag und 14 Stunden am Sonntag bis Montagmorgen 0.30 Uhr.
Man könnte das für Symptome einer online-Sucht halten, aber dagegen spricht, dass wir seit Samstagabend das dringende Bedürfnis hatten, irgendetwas weit weg vom Computer zu unternehmen. Warum macht man so etwas dann? Dieselbe Frage, die sich auch Blogger oft anhören müssen: Wozu das alles? Die Antwort ist einfach: Weil es soviel Spaß macht, etwas aufzubauen, es auf den Weg zu bringen und dafür zu sorgen, dass es funktioniert. Es waren 32 verdammt anstrengende Stunden, heute Nachmittag hat der Schlaf endgültig die Oberhand gewonnen und deswegen blogge ich auch  ganz gegen meine Gewohnheit – erst so spät über unser Event.
Aber s hat sich auf jeden Fall gelohnt.
Kleines persönliches Highlight für mich: Meine Lesung von Haptisch in der Nacht von Samstag auf Sonntag über dem eigens von Automtic Quandry dafür konzipierten Ambient Soundtrack. Ja, liebe Autorenkollegen. Lesungen mit Soundtrack sind möglich und das natürlich auch bei RL Events. Sollten wir öfter versuchen.
Mehr Eindrücke findet ihr auf anderen Blogs und Websites:

Ein Zitat von Natascha Randt möchte ich übernehmen (falls das nicht okay ist, lasst es mich wissen). Sie kommentierte:

Es war...ja, wie war's so insgesamt? Viel, es war viel. Für mich schon beinahe zuviel, Überdosis Kunst und Kultur. Aber, und ich war, nää, bin? Egal. Bei aller Quantität, war die Qualität aller Beiträge, bei denen ich anwesend war (und ich möchte fast beinahe wetten, bei den anderen auch) extrem hoch und das sage ich nicht einfach so. Das ist mal ganz genau die Wahrheit!
Ja, ich weiss schon, doof, weil ich mecker lieber Da gab's aber nu nicht viel zu meckern. Kleinigkeiten, ja. Aber Herrgottchen, so ist das nun mal. Und das mir das eine besser gefällt als das andere, liegt in der Natur der Sache.

So.

Ich hätte mir den ganzen Sermon auch sparen können, es gibt nämlich so etwas ähnliches wie ein Wort, das diese drei Tage gar trefflich beschreibt: Endgeil!
Was vom Tage übrigbleibt? Ein DICKES FETTES DANKE! All den Organisatoren und Künstlern.












Den eigens dafür komponierten Ambient Soundtrack könnt ihr in der Aufnahme leider nicht hören.

1 Kommentar:

  1. Ich habe zwar nur einen Ausschnitt des FdLs mitbekommen, aber der war sehr schön!
    Ich bin immernoch begeistert von den vielen Zuhörern und muss noch irgendwie einen Hamster in eine meiner Geschichten einbauen ...

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